In diesem Dokumentarfilm durchbrechen 30 Jahre nach dem Mauerfall Videobotschaften das Schweigen zwischen einem regimekritischen Schriftsteller und seinem Sohn, dessen Videos zum Zusammenbruch der DDR beitrugen.
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Der Film führt die Zuschauer in ein vielschichtiges Familien- und Zeitpanorama, das sich zwischen den Massendemonstrationen von Leipzig 1989 und einer ostdeutschen Gegenwart an der Elbe und in Mecklenburg-Vorpommern entspinnt.
Im Zentrum stehen der Schriftsteller Gert Neumann, jahrzehntelang von der Staatssicherheit überwacht, und sein Sohn Aram Radomski, dessen heimliche Aufnahmen aus der DDR und von der Montagsdemonstration in Leipzig Millionen im Fernsehen erreichten und als „Bilder der Wende“ in die Geschichte eingingen.
Die Zuschauer erleben, wie Vater und Sohn, die ihren Kontakt lange abgebrochen haben, zunächst nur über Videos miteinander sprechen. Der Regisseur pendelt dabei als Vermittler zwischen ihren Versionen der Vergangenheit und unterstützt das Gespräch mit Fotos, Super-8-Filmen und Briefen von damals. Kindheitsszenen am Tollensesee kommen zur Sprache, die viel zu frühe Trennung der Eltern, Arams riskante Arbeit als inoffizieller Kameramann des Westfernsehens und seine Gefängnisaufenthalte. Dies verschränkt sich mit Gerts Erzählungen über literarischen Widerstand, Exmatrikulation und den „traurigen Erfolg“ der Diktatur, Menschen bis zur Todesbereitschaft zu treiben. Parallel dazu wird die Figur der Mutter und Großmutter Margarete Neumann in alten Fernsehinterviews, Stasi-Akten und privaten Briefen sichtbar – als linientreue Erfolgsautorin, als Frau mit verdrängter NS-Vergangenheit, als harte, zugleich tragische Mutter.Der Film macht erfahrbar, wie politische Systeme sich in Familienkörpern einschreiben: in Eifersucht, Brüchen, Schuldzuweisungen und dem jahrzehntelang vertagten „großen Gespräch“ zwischen Vater und Sohn.


Erfahre mehr über Schriftsteller Gert Neumann
Erfahre mehr über Fotograf Aram Radomski
Im Film begleiten die Zuschauer Aram auf Reisen an die Orte seiner Kindheit und seiner Mutter, zu seinem Bruder, seiner Tante, bis schließlich die späte Begegnung zwischen Gert und Aram möglich wird – ein tastendes, brüchiges Gespräch über Orientierung, Verantwortung und die Frage nach dem Preis des Widerstands, ob sich persönliches Leid durch politische Haltung und literarische Qualität aufwiegen lässt.Am Ende bleibt keine versöhnliche Lösung, sondern ein offener, nachhallender Zustand. Die Zuschauer verlassen den Film mit dem Gefühl, Zeugen eines hoch persönlichen, zugleich exemplarischen deutschen Familiendialogs geworden zu sein – und mit der Erfahrung, wie sehr Bilder, Worte und Schweigen darüber entscheiden, was von einem politischen Leben und von einem geliebten Menschen verstanden werden kann.

Regisseur Götz Schauder mit den beiden Protagonisten Aram Radomski und Gert Neumann
Schriftstellerin, Mutter von Gert Neumann, Großmutter von Aram Radomski.
Margarete Neumann wächst in den erstarkenden Nationalsozialismus hinein auf. In Berlin begegnet sie ihrem späteren Mann Helmut Neumann; beide teilen die Begeisterung für Literatur und die Ideale des „Dritten Reiches“. Während des Krieges schreiben sie einander zahlreiche Briefe. Kurz vor Kriegsende nimmt sich Helmut Neumann an der Front das Leben.
Mit drei Kindern flieht sie aus Ostpreußen, zunächst nach Bayern, dann in die sowjetische Besatzungszone. In der DDR findet sie Anschluss an literarische Kreise und wird Teil des kulturellen Aufbaus. 1957 erhält sie für ihre Erzählung Weg über den Acker den Heinrich-Mann-Preis. Seit den 1960er Jahren lebt sie als freie Schriftstellerin in Neubrandenburg und gilt als linientreue Autorin.
Ihr Leben ist geprägt von ideologischer Beeinflussung – im Nationalsozialismus und in der DDR. Diese wirken in der Familie fort und belasten besonders die Beziehung zu ihrem Sohn. Im Auftrag der Staatssicherheit sammelt sie Informationen über ihn und drängt ihn – erfolglos – zur Ausreise.
Nach der Wiedervereinigung verlässt sie Deutschland zeitweise und kehrt erst kurz vor ihrem Tod zurück. Sie wird in Ballin bei Neubrandenburg begraben.
Mutter von Aram, Stefan und Katja sowie die erste Ehefrau von Gert Neumann.
Monika Radomski wächst mit zehn Geschwistern als Tochter einer verwitweten Melkerin im Berliner Randbezirk Hohen Neuendorf auf. Dort begegnet sie schon in der Schulzeit der Familie Neumann. Besonders Margarete Neumann, selbstbewusst und künstlerisch geprägt, verkörpert für Monika eine andere Lebensperspektive und fördert die Beziehung zu ihrem Sohn Gert. Die beiden werden ein Paar.
Anfang der 1960er Jahre folgt Monika Gert und Margarete Neumann nach Neubrandenburg. Sie arbeitet im VEB Ölheizgerätewerk, wird Meisterin und zieht nach der Geburt ihres ersten Sohnes Aram in einen Plattenbau in Groß Nemerow. Bald werden Stefan und Katja geboren.
Nach der Trennung zieht sie die drei Kinder allein groß, arbeitet weiter und qualifiziert sich zur Meisterin. Die enge Verbindung zu Margarete Neumann bleibt über Jahrzehnte bestehen – bis zu deren Tod.
Kamera: Marcus Winterbauer

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In diesem Dokumentarfilm durchbrechen 30 Jahre nach dem Mauerfall Videobotschaften das Schweigen zwischen einem regimekritischen Schriftsteller und seinem Sohn, dessen Videos zum Zusammenbruch der DDR beitrugen.
Der Film führt die Zuschauer in ein vielschichtiges Familien- und Zeitpanorama, das sich zwischen den Massendemonstrationen von Leipzig 1989 und einer ostdeutschen Gegenwart an der Elbe und in Mecklenburg-Vorpommern entspinnt.
Im Zentrum stehen der Schriftsteller Gert Neumann, jahrzehntelang von der Staatssicherheit überwacht, und sein Sohn Aram Radomski, dessen heimliche Aufnahmen aus der DDR und von der Montagsdemonstration in Leipzig Millionen im Fernsehen erreichten und als „Bilder der Wende“ in die Geschichte eingingen.

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Die Zuschauer erleben, wie Vater und Sohn, die ihren Kontakt lange abgebrochen haben, zunächst nur über Videos miteinander sprechen. Der Regisseur pendelt dabei als Vermittler zwischen ihren Versionen der Vergangenheit und unterstützt das Gespräch mit Fotos, Super-8-Filmen und Briefen von damals. Kindheitsszenen am Tollensesee kommen zur Sprache, die viel zu frühe Trennung der Eltern, Arams riskante Arbeit als inoffizieller Kameramann des Westfernsehens und seine Gefängnisaufenthalte. Dies verschränkt sich mit Gerts Erzählungen über literarischen Widerstand, Exmatrikulation und den „traurigen Erfolg“ der Diktatur, Menschen bis zur Todesbereitschaft zu treiben. Parallel dazu wird die Figur der Mutter und Großmutter Margarete Neumann in alten Fernsehinterviews, Stasi-Akten und privaten Briefen sichtbar – als linientreue Erfolgsautorin, als Frau mit verdrängter NS-Vergangenheit, als harte, zugleich tragische Mutter.Der Film macht erfahrbar, wie politische Systeme sich in Familienkörpern einschreiben: in Eifersucht, Brüchen, Schuldzuweisungen und dem jahrzehntelang vertagten „großen Gespräch“ zwischen Vater und Sohn.

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Im Film begleiten die Zuschauer Aram auf Reisen an die Orte seiner Kindheit und seiner Mutter, zu seinem Bruder, seiner Tante, bis schließlich die späte Begegnung zwischen Gert und Aram möglich wird – ein tastendes, brüchiges Gespräch über Orientierung, Verantwortung und die Frage nach dem Preis des Widerstands, ob sich persönliches Leid durch politische Haltung und literarische Qualität aufwiegen lässt.Am Ende bleibt keine versöhnliche Lösung, sondern ein offener, nachhallender Zustand. Die Zuschauer verlassen den Film mit dem Gefühl, Zeugen eines hoch persönlichen, zugleich exemplarischen deutschen Familiendialogs geworden zu sein – und mit der Erfahrung, wie sehr Bilder, Worte und Schweigen darüber entscheiden, was von einem politischen Leben und von einem geliebten Menschen verstanden werden kann.

Regisseur Götz Schauder mit den beiden Protagonisten Aram Radomski und Gert Neumann
Schriftstellerin, Mutter von Gert Neumann, Großmutter von Aram Radomski.
Margarete Neumann wächst in den erstarkenden Nationalsozialismus hinein auf. In Berlin begegnet sie ihrem späteren Mann Helmut Neumann; beide teilen die Begeisterung für Literatur und die Ideale des „Dritten Reiches“. Während des Krieges schreiben sie einander zahlreiche Briefe. Kurz vor Kriegsende nimmt sich Helmut Neumann an der Front das Leben.
Mit drei Kindern flieht sie aus Ostpreußen, zunächst nach Bayern, dann in die sowjetische Besatzungszone. In der DDR findet sie Anschluss an literarische Kreise und wird Teil des kulturellen Aufbaus. 1957 erhält sie für ihre Erzählung Weg über den Acker den Heinrich-Mann-Preis. Seit den 1960er Jahren lebt sie als freie Schriftstellerin in Neubrandenburg und gilt als linientreue Autorin.
Ihr Leben ist geprägt von ideologischer Beeinflussung – im Nationalsozialismus und in der DDR. Diese wirken in der Familie fort und belasten besonders die Beziehung zu ihrem Sohn. Im Auftrag der Staatssicherheit sammelt sie Informationen über ihn und drängt ihn – erfolglos – zur Ausreise.
Nach der Wiedervereinigung verlässt sie Deutschland zeitweise und kehrt erst kurz vor ihrem Tod zurück. Sie wird in Ballin bei Neubrandenburg begraben.
Mutter von Aram, Stefan und Katja sowie die erste Ehefrau von Gert Neumann.
Monika Radomski wächst mit zehn Geschwistern als Tochter einer verwitweten Melkerin im Berliner Randbezirk Hohen Neuendorf auf. Dort begegnet sie schon in der Schulzeit der Familie Neumann. Besonders Margarete Neumann, selbstbewusst und künstlerisch geprägt, verkörpert für Monika eine andere Lebensperspektive und fördert die Beziehung zu ihrem Sohn Gert. Die beiden werden ein Paar.
Anfang der 1960er Jahre folgt Monika Gert und Margarete Neumann nach Neubrandenburg. Sie arbeitet im VEB Ölheizgerätewerk, wird Meisterin und zieht nach der Geburt ihres ersten Sohnes Aram in einen Plattenbau in Groß Nemerow. Bald werden Stefan und Katja geboren.
Nach der Trennung zieht sie die drei Kinder allein groß, arbeitet weiter und qualifiziert sich zur Meisterin. Die enge Verbindung zu Margarete Neumann bleibt über Jahrzehnte bestehen – bis zu deren Tod.
Kamera: Marcus Winterbauer
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