
© S.U.M.O. Film, ZDF, 2026

Gert Neumann und Aram Radomski © Mathias Bothor
Download Foto
Die Bilder von Aram Radomski von der Leipziger Montagsdemonstration am 9. Oktober 1989 gingen um die Welt – und trugen zum Ende der DDR bei. Für seinen Vater, den regimekritischen Schriftsteller Gert Neumann, sind sie bis heute ein Verrat.
Seit Jahren sprechen Vater und Sohn nicht mehr miteinander. In intimen Videobotschaften und anhand persönlicher Dokumente wagen sie eine vorsichtige Annäherung. Zwischen politischen Überzeugungen, familiären Verletzungen und der Erfahrung politischer Verfolgung suchen sie nach Verständnis – und der Möglichkeit einer neuen Begegnung.


Gert Neumann ©S.U.M.O. FILM
Download Foto
Familienwohnung ©S.U.M.O. FILM
Download Foto
Sohn der Schriftstellerin Margarete Neumann, Vater des Underground-Filmers Aram Radomski.
Gert Neumann wächst im Berliner Umland auf und wird zunächst zum Traktoristen ausgebildet. Anfang der 1960er Jahre zieht er mit seiner Jugendliebe Monika Radomski nach Neubrandenburg, arbeitet als Schlosser und beginnt zu schreiben – unter anderem im von seiner Mutter geleiteten „Arbeitskreis Junger Autoren“.
1967 geht er als Vater von drei Kindern zum Literaturstudium nach Leipzig. Nach Solidarität mit den Prager Studentenprotesten wird er 1969 exmatrikuliert und trennt sich von seiner Familie.
Bis zum Ende der DDR steht er unter Beobachtung der Staatssicherheit, arbeitet als Schlosser und erhält keine Druckzulassung. Dennoch veröffentlicht er ab Ende der 1970er Jahre im Westen, u. a. Die Schuld der Worte (1979), Elf Uhr (1981) und Die Klandestinität der Kesselreiniger (1988).
Für seinen Roman Anschlag erhält er 1999 den Uwe-Johnson-Preis.


Aram Radomski ©S.U.M.O. FILM
Download Foto
Aram Radomski ©S.U.M.O. FILM
Download Foto
ist Sohn von Gert Neumann und Monika Radomski. Er wächst mit zwei jüngeren Geschwistern bei seiner alleinerziehenden Mutter in Groß Nemerow auf, wird zum Traktoristen ausgebildet und kommt früh mit Fotografie und Schmalfilm in Berührung. Mit 16 wird er von der Staatssicherheit angesprochen, Informationen über seinen Vater zu liefern – er lehnt ab. 1982 gerät er als 19-Jähriger in Haft, wird misshandelt und zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, im Jugendgefängnis Zeithain zur Zwangsarbeit eingesetzt.
Nach der Entlassung lebt er in der Künstler- und Bohèmeszene des Prenzlauer Bergs, fotografiert und betreibt eine Reprowerkstatt für oppositionelle Gruppen. Ab 1987 arbeitet er heimlich für das Westfernsehen (u. a. Kontraste, Kennzeichen D) und dokumentiert Missstände in der DDR. Seine Aufnahmen der Leipziger Montagsdemonstration vom 9. Oktober 1989 gehen um die Welt.
Nach der Wende wird er vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Bambi (2009) und dem Bundesverdienstkreuz (2018). Heute lebt er in Berlin als Fotograf und Designer.


Gert Neumann ©S.U.M.O. FILM
Download Foto
Aram Radomski mit Partnerin Anne Müller ©S.U.M.O. FILM
Download Foto
Die heimlich im Auftrag des Westfernsehens gedrehten Bilder von Aram Radomski von der Leipziger Montagsdemonstration am 9. Oktober 1989 gingen um die Welt. Vier Wochen später fiel die Berliner Mauer. Für viele ist er ein Held – für seinen Vater, den Schriftsteller Gert Neumann, bis heute ein „Agent des Westens“.
Der Konflikt reicht über drei Generationen. Während Gert aus der widersprüchlichen Biografie seiner Mutter – von der NS-Anhängerin zur DDR-Autorin – einen radikalen künstlerischen Widerstand entwickelt und dafür seine Familie verlässt, erlebt sein Sohn genau diesen Schritt als Verrat. Bis heute stehen sich beide mit unvereinbaren Deutungen gegenüber.
Der Film bringt Vater und Sohn, die keinen Kontakt mehr haben, aus der Distanz in einen Dialog. In Videobotschaften und Bildern reagieren sie aufeinander und öffnen einen Raum, in dem Erinnerung, Verletzung und Widerstand neu sichtbar werden. Ein intimes Porträt über eine Familie, in der deutsche Geschichte bis in die Gegenwart fortwirkt.

Regisseur Götz Schauder mit den beiden Protagonisten Aram Radomski und Gert Neumann

Götz Schauder, geboren in Göttingen, studierte Film an der HfG Offenbach. Ab 2001 int. Festival Teilnahmen mit eigenen Dokumentarfilmen. Seit 2004 Film- und Fernsehautor. 2015 Beginn der Zusammenarbeit mit dem Produzenten Hubertus Siegert als Autor und Editor. Schauders erster international ausgewerteter Dokumentarfilm fürs Kino „Dirigenten! Jede Bewegung zählt“ erschien 2018 bei Arte, NHK und FILMMOVEMENT N.Y.
Aram Radomskis Bilder haben mich fasziniert, weil sie mir einen eigenwilligen Blick auf ein Land kurz vor seinem Verschwinden eröffnen – ein Land, das ich selbst nie kennengelernt habe: die DDR. Die Sprache seines Vaters Gert Neumann zieht mich nicht weniger in ihren Bann: Wie eine Flaschenpost hält sie die Atmosphäre des Sprechens – oder vielmehr des Nicht-Sprechens – in einer Diktatur fest und bewahrt sie so für Gegenwart und Zukunft.
Als Fotograf und Schriftsteller kreisen beide um Fragen der Wahrnehmung und um Ästhetik als Zugang zur Welt. Und doch gelingt es ihnen als Vater und Sohn, mehr als drei Jahrzehnte nach dem Mauerfall, bis heute nicht, ein gemeinsames Verständnis ihrer Geschichte zu entwickeln.
Je tiefer ich in ihre Biografie eintauche, desto deutlicher wird, wie sehr sie von einer Vergangenheit geprägt ist, die nie abgeschlossen wurde: die lange Nachwirkung von Nationalsozialismus und Krieg innerhalb von Familien – im Osten wie im Westen. Eine Generation von Vätern, die selbst ohne stabile Vaterfiguren aufwuchs, bleibt ihren eigenen Kindern nicht selten fremd.
Auch die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit der Eltern kulminiert 1968 – in Ost und West – als Generationenkonflikt. Für Gert Neumann wird er konkret in der Biografie seiner Mutter Margarete, deren Wandel von der NS-Anhängerin zur DDR-Schriftstellerin ihn zur Suche nach einer unverstellten, poetischen Sprache antreibt. Seine Haltung verteidigt er im Kontext des Prager Frühlings gegen jede ideologische Vereinnahmung und wird dafür vom Leipziger Literaturinstitut exmatrikuliert.
Zugleich zerbricht seine Familie. Er trennt sich von der Mutter seiner drei noch kleinen Kinder – Aram ist der Älteste –, von der er sich in seinem literarischen Widerstand nicht ausreichend unterstützt fühlt und die sich als enge Vertraute seiner eigenen Mutter Margarete begreift.
Aus dieser Konstellation erwächst ein Familienkonflikt, der bis heute zwischen Vater und Sohn ungelöst schwelt. Aram bewundert den Widerstand seines Vaters, der ihm eine Alternative zur angepassteren Welt der Mutter eröffnet. Zugleich kann er – auch als erwachsener Mann – nicht akzeptieren, dass dieser die Familie verlassen hat. Für ihn bleibt diese Entscheidung untrennbar mit Verlust verbunden.
Der Vater hingegen glaubt, seine Kinder nicht durch Anpassung schützen zu können, sondern nur durch konsequente Ablehnung der Diktatur. Dass Aram weder die Haltung der Großmutter noch die Anpassung der Mutter grundsätzlich hinterfragt, bleibt für ihn ein schmerzlicher Punkt.
So wird die Frage, ob man sich für die Seite der Mutter oder des Vaters entscheidet, zu einem unauflösbaren Konflikt – als Erbe deutscher Diktaturgeschichte, das bis in die Gegenwart wirkt.
Dass Vater und Sohn mir gegenüber mit großer Offenheit über ihre von Misstrauen geprägte Beziehung sprechen – und zugleich jeden direkten Kontakt zueinander abgebrochen haben –, hat mich tief berührt. In beiden ist eine starke Sehnsucht nach Verständnis und danach, gesehen zu werden, spürbar.
Indem ich ihnen Videoaufnahmen des jeweils anderen zeige und sie aus der Distanz darauf reagieren lasse, entsteht ein Raum der Reflexion. Kein Versuch der Versöhnung, sondern eine Möglichkeit, einander noch einmal anders zu sehen – verletzlich, widersprüchlich, ungefiltert.
Erst in dieser Wahrnehmung der Verletzungen des anderen wird ein neues Verständnis möglich. Wie weit dieser Versuch trägt und wo er scheitert, ist der eigentliche Kern dieses Films. Er erzählt exemplarisch von Familien im Osten wie im Westen, in denen Geschichte nicht abgeschlossen ist, sondern weiterwirkt.
Hubertus Siegert ist Autor und Produzent von Kinodokumentarfilmen. Seine Filme und Arbeit wie Berlin Babylon, Beyond Punishment oder Eine deutsche Partei verbinden gesellschaftliche Relevanz mit cineastischem Anspruch. Im Stil des Direct Cinema prägen Langzeitbeobachtungen und politische Zeitdiagnosen sein Werk. Aktuell arbeitet er an einem Film über KI.

Weitere Protagonisten:
Regie: Götz Schauder
Buch: Götz Schauder, Hubertus Siegert
Produktion: Hubertus Siegert, Tuki Jencquel
Kamera: Marcus Winterbauer
Verleih: Piffl Medien GmbH

© S.U.M.O. Film, ZDF, 2026

Gert Neumann und Aram Radomski © Mathias Bothor
Download Foto
Die Bilder von Aram Radomski von der Leipziger Montagsdemonstration am 9. Oktober 1989 gingen um die Welt – und trugen zum Ende der DDR bei. Für seinen Vater, den regimekritischen Schriftsteller Gert Neumann, sind sie bis heute ein Verrat.
Seit Jahren sprechen Vater und Sohn nicht mehr miteinander. In intimen Videobotschaften und anhand persönlicher Dokumente wagen sie eine vorsichtige Annäherung. Zwischen politischen Überzeugungen, familiären Verletzungen und der Erfahrung politischer Verfolgung suchen sie nach Verständnis – und der Möglichkeit einer neuen Begegnung.

Gert Neumann ©S.U.M.O. FILM
Download Foto

Familienwohnung ©S.U.M.O. FILM
Download Foto
Sohn der Schriftstellerin Margarete Neumann, Vater des Underground-Filmers Aram Radomski.
Gert Neumann wächst im Berliner Umland auf und wird zunächst zum Traktoristen ausgebildet. Anfang der 1960er Jahre zieht er mit seiner Jugendliebe Monika Radomski nach Neubrandenburg, arbeitet als Schlosser und beginnt zu schreiben – unter anderem im von seiner Mutter geleiteten „Arbeitskreis Junger Autoren“.
1967 geht er als Vater von drei Kindern zum Literaturstudium nach Leipzig. Nach Solidarität mit den Prager Studentenprotesten wird er 1969 exmatrikuliert und trennt sich von seiner Familie.
Bis zum Ende der DDR steht er unter Beobachtung der Staatssicherheit, arbeitet als Schlosser und erhält keine Druckzulassung. Dennoch veröffentlicht er ab Ende der 1970er Jahre im Westen, u. a. Die Schuld der Worte (1979), Elf Uhr (1981) und Die Klandestinität der Kesselreiniger (1988).
Für seinen Roman Anschlag erhält er 1999 den Uwe-Johnson-Preis.

Aram Radomski ©S.U.M.O. FILM
Download Foto

Aram Radomski ©S.U.M.O. FILM
Download Foto
ist Sohn von Gert Neumann und Monika Radomski. Er wächst mit zwei jüngeren Geschwistern bei seiner alleinerziehenden Mutter in Groß Nemerow auf, wird zum Traktoristen ausgebildet und kommt früh mit Fotografie und Schmalfilm in Berührung. Mit 16 wird er von der Staatssicherheit angesprochen, Informationen über seinen Vater zu liefern – er lehnt ab. 1982 gerät er als 19-Jähriger in Haft, wird misshandelt und zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, im Jugendgefängnis Zeithain zur Zwangsarbeit eingesetzt.
Nach der Entlassung lebt er in der Künstler- und Bohèmeszene des Prenzlauer Bergs, fotografiert und betreibt eine Reprowerkstatt für oppositionelle Gruppen. Ab 1987 arbeitet er heimlich für das Westfernsehen (u. a. Kontraste, Kennzeichen D) und dokumentiert Missstände in der DDR. Seine Aufnahmen der Leipziger Montagsdemonstration vom 9. Oktober 1989 gehen um die Welt.
Nach der Wende wird er vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Bambi (2009) und dem Bundesverdienstkreuz (2018). Heute lebt er in Berlin als Fotograf und Designer.

Gert Neumann ©S.U.M.O. FILM
Download Foto

Aram Radomski mit Partnerin Anne Müller ©S.U.M.O. FILM
Download Foto
Die heimlich im Auftrag des Westfernsehens gedrehten Bilder von Aram Radomski von der Leipziger Montagsdemonstration am 9. Oktober 1989 gingen um die Welt. Vier Wochen später fiel die Berliner Mauer. Für viele ist er ein Held – für seinen Vater, den Schriftsteller Gert Neumann, bis heute ein „Agent des Westens“.
Der Konflikt reicht über drei Generationen. Während Gert aus der widersprüchlichen Biografie seiner Mutter – von der NS-Anhängerin zur DDR-Autorin – einen radikalen künstlerischen Widerstand entwickelt und dafür seine Familie verlässt, erlebt sein Sohn genau diesen Schritt als Verrat. Bis heute stehen sich beide mit unvereinbaren Deutungen gegenüber.
Der Film bringt Vater und Sohn, die keinen Kontakt mehr haben, aus der Distanz in einen Dialog. In Videobotschaften und Bildern reagieren sie aufeinander und öffnen einen Raum, in dem Erinnerung, Verletzung und Widerstand neu sichtbar werden. Ein intimes Porträt über eine Familie, in der deutsche Geschichte bis in die Gegenwart fortwirkt.

Regisseur Götz Schauder mit den beiden Protagonisten Aram Radomski und Gert Neumann

Götz Schauder, geboren in Göttingen, studierte Film an der HfG Offenbach. Ab 2001 int. Festival Teilnahmen mit eigenen Dokumentarfilmen. Seit 2004 Film- und Fernsehautor. 2015 Beginn der Zusammenarbeit mit dem Produzenten Hubertus Siegert als Autor und Editor. Schauders erster international ausgewerteter Dokumentarfilm fürs Kino „Dirigenten! Jede Bewegung zählt“ erschien 2018 bei Arte, NHK und FILMMOVEMENT N.Y.
Aram Radomskis Bilder haben mich fasziniert, weil sie mir einen eigenwilligen Blick auf ein Land kurz vor seinem Verschwinden eröffnen – ein Land, das ich selbst nie kennengelernt habe: die DDR. Die Sprache seines Vaters Gert Neumann zieht mich nicht weniger in ihren Bann: Wie eine Flaschenpost hält sie die Atmosphäre des Sprechens – oder vielmehr des Nicht-Sprechens – in einer Diktatur fest und bewahrt sie so für Gegenwart und Zukunft.
Als Fotograf und Schriftsteller kreisen beide um Fragen der Wahrnehmung und um Ästhetik als Zugang zur Welt. Und doch gelingt es ihnen als Vater und Sohn, mehr als drei Jahrzehnte nach dem Mauerfall, bis heute nicht, ein gemeinsames Verständnis ihrer Geschichte zu entwickeln.
Je tiefer ich in ihre Biografie eintauche, desto deutlicher wird, wie sehr sie von einer Vergangenheit geprägt ist, die nie abgeschlossen wurde: die lange Nachwirkung von Nationalsozialismus und Krieg innerhalb von Familien – im Osten wie im Westen. Eine Generation von Vätern, die selbst ohne stabile Vaterfiguren aufwuchs, bleibt ihren eigenen Kindern nicht selten fremd.
Auch die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit der Eltern kulminiert 1968 – in Ost und West – als Generationenkonflikt. Für Gert Neumann wird er konkret in der Biografie seiner Mutter Margarete, deren Wandel von der NS-Anhängerin zur DDR-Schriftstellerin ihn zur Suche nach einer unverstellten, poetischen Sprache antreibt. Seine Haltung verteidigt er im Kontext des Prager Frühlings gegen jede ideologische Vereinnahmung und wird dafür vom Leipziger Literaturinstitut exmatrikuliert.
Zugleich zerbricht seine Familie. Er trennt sich von der Mutter seiner drei noch kleinen Kinder – Aram ist der Älteste –, von der er sich in seinem literarischen Widerstand nicht ausreichend unterstützt fühlt und die sich als enge Vertraute seiner eigenen Mutter Margarete begreift.
Aus dieser Konstellation erwächst ein Familienkonflikt, der bis heute zwischen Vater und Sohn ungelöst schwelt. Aram bewundert den Widerstand seines Vaters, der ihm eine Alternative zur angepassteren Welt der Mutter eröffnet. Zugleich kann er – auch als erwachsener Mann – nicht akzeptieren, dass dieser die Familie verlassen hat. Für ihn bleibt diese Entscheidung untrennbar mit Verlust verbunden.
Der Vater hingegen glaubt, seine Kinder nicht durch Anpassung schützen zu können, sondern nur durch konsequente Ablehnung der Diktatur. Dass Aram weder die Haltung der Großmutter noch die Anpassung der Mutter grundsätzlich hinterfragt, bleibt für ihn ein schmerzlicher Punkt.
So wird die Frage, ob man sich für die Seite der Mutter oder des Vaters entscheidet, zu einem unauflösbaren Konflikt – als Erbe deutscher Diktaturgeschichte, das bis in die Gegenwart wirkt.
Dass Vater und Sohn mir gegenüber mit großer Offenheit über ihre von Misstrauen geprägte Beziehung sprechen – und zugleich jeden direkten Kontakt zueinander abgebrochen haben –, hat mich tief berührt. In beiden ist eine starke Sehnsucht nach Verständnis und danach, gesehen zu werden, spürbar.
Indem ich ihnen Videoaufnahmen des jeweils anderen zeige und sie aus der Distanz darauf reagieren lasse, entsteht ein Raum der Reflexion. Kein Versuch der Versöhnung, sondern eine Möglichkeit, einander noch einmal anders zu sehen – verletzlich, widersprüchlich, ungefiltert.
Erst in dieser Wahrnehmung der Verletzungen des anderen wird ein neues Verständnis möglich. Wie weit dieser Versuch trägt und wo er scheitert, ist der eigentliche Kern dieses Films. Er erzählt exemplarisch von Familien im Osten wie im Westen, in denen Geschichte nicht abgeschlossen ist, sondern weiterwirkt.

Hubertus Siegert ist Autor und Produzent von Kinodokumentarfilmen. Seine Filme und Arbeit wie Berlin Babylon, Beyond Punishment oder Eine deutsche Partei verbinden gesellschaftliche Relevanz mit cineastischem Anspruch. Im Stil des Direct Cinema prägen Langzeitbeobachtungen und politische Zeitdiagnosen sein Werk. Aktuell arbeitet er an einem Film über KI.
Weitere Protagonisten:
Regie: Götz Schauder
Buch: Götz Schauder, Hubertus Siegert
Produktion: Hubertus Siegert, Tuki Jencquel
Kamera: Marcus Winterbauer
Verleih: Piffl Medien GmbH
S.U.M.O. FILM
office (at) sumofilm.de
SPICE FILM
office (at) spaicefilm.de
S.U.M.O. FILM
office (at) sumofilm.de
SPICE FILM
office (at) spaicefilm.de